Die neue Freiheit beim Pokerspielen0

Superschnelle Verbindungen, ständig neue Sendemasten und hochauflösende Bildschirme selbst im Kleinformat – die Technologie im Online-Bereich schreitet in Riesenschritten voran. Das macht sich auch im Gaming-Bereich bemerkbar. Wo einst der PC und die Konsole das Nonplusultra waren, so sind mittlerweile Smartphones der Deutschen liebstes Kind, wenn es ums Zocken geht. Laut einer Umfrage griffen 85 Prozent der Gamer an erster Stelle zu ihrem Handy, um sich bei Spielen zu vergnügen. Das war ein Zuwachs von sechs Prozent. Konsolen, die im Vorjahr noch auf 85 Prozent und damit auf die Spitzenposition kamen, landeten auf dem zweiten Platz. Desktop-PCs sind mittlerweile die Schlusslichter, noch hinter Notebooks und Tablets.

Die neue Freiheit mag zwar in Zeiten von Eigenquarantäne und dem vorläufigen Ende von größeren Versammlungen oder Reisen weniger wichtig sein als vor dem Ausbruch der Pandemie. Jedoch macht es selbst in den eigenen vier Wänden einen Unterschied, ob in jedem Zimmer gespielt werden kann oder nur dort, wo ein PC oder eine Konsole stehen.

Als die Auflösung auf Handys noch gering war und nur kleine Datenmengen hochgeladen werden konnten, war das Smartphone keine echte Alternative. Selbst Games, die wie Pokerspiele ohne allzu großes Bilddesign und riesigen Datenverbrauch auskommen, sind auf schnelle Reaktionen angewiesen, um das echte Spielegefühl aufkommen zu lassen. Schließlich will niemand eine gefühlte Ewigkeit darauf warten, dass die Karten umgedreht werden.

Auch skurrile und weniger skurrile Nebenwetten, wie sie zum Beispiel bei den Pokerspielen der World Series of Poker beliebt sind, gewinnen durch Tempo an Reiz.

Mit der fast flächendeckenden Verbreitung von 4G und dem Anfang von 5G in der Bundesrepublik Deutschland ist die Geschwindigkeit längst kein Problem mehr, auch wenn derzeit die Netze unter Dauerstress stehen. Hochpixelierte Smartphones, die zugleich gewaltige Datenmengen verarbeiten können, machen selbst aufwendige Games zum Kinderspiel – teilweise im wahrsten Sinne des Wortes.

Dabei sind Computer zwar nicht mehr das A und O, doch wenn es um die Grundentwicklung geht, bleiben sie weiterhin die Mutter aller Videogames. Die milliardenschwere Branche, die ständig auf innovative Neuerscheinungen und Erweiterungen bestehender Spiele angewiesen ist, um den Appetit der Gamer weltweit zu stillen, entwickelt fast jedes Spiel für diverse Plattformen. Dabei werden die meisten Simulationen, Soundtracks, Spezialeffekte und was sonst noch dazu gehört, in erster Linie am Computer entwickelt und dann modifiziert, um etwa auf Android oder iOS gespielt zu werden.

Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg. Selbst wenn die Geschichte beziehungsweise der Spielerhythmus stimmen, werden im Schnitt 10.000 bis zu 30.000 Bugs gefunden, die ausgemerzt werden müssen, ehe das Spiel alltagstauglich ist. Natürlich ist ein Multi-Player Spiel wie Fortnite, bei dem im Battle Royale Modus bis zu hundert Spieler über einer bunten Insel abgeworfen werden, um in Mannschaften ums Überleben zu kämpfen, bis nur ein Team übrigbleibt, deutlich anspruchsvoller als Texas Hold’em oder Puzzles für Kinder, aber selbst simpel wirkende Spiele sind technologisch anspruchsvoll.

Wie schnell die Weiterentwicklung fortschreitet, lässt sich an Spielen wie FIFA verfolgen, die alljährlich in einer Neuauflage auf den Markt kommen und mittlerweile ebenfalls auf dem Handy gespielt werden können. Von der Reaktionsfreudigkeit der virtuellen Kicker über die Schussgenauigkeit, Veränderungen in der Verteidigung und beim Angriff, der Bandbreite der Trainerentscheidungen und mehr werden die Neuauflagen stets besser und innovativer, um den Spaß beim Kicken zu erhalten und dem echten Fußballgefühl so nahe wie möglich zu kommen.

Selbst Spiele, die seit der Festsetzung der Regeln keine Veränderungen am Ablauf erfahren haben, werden virtuell durch Neuerungen aufgefrischt. Beim Pokern oder Blackjack gehört unter anderem dazu, dass ein zwischenmenschlicher Aspekt eigeführt wird. Weil die rein virtuelle Welt selbst in einer großen Spielerrunde dank anonymer Avatare manchmal einsam wirken kann, sitzen Live-Dealer-Tischen Dealer aus Fleisch und Blut vor. Ihr Bild wird aus diversen Blickwinkeln auf Handys, Tablets und Co gestreamt, und auch direkte Chats sind mit ihnen möglich, selbst wenn sich die Konversation ausschließlich aufs Spiel beschränken muss.

Um die Spiele an sich zu entwickeln, mussten ebenfalls Computer herhalten. Lange, bevor Künstliche Intelligenz den Rahmen von Science-Fiction verließ, waren Forscher damit beschäftigt, den Rechenhirnen Schach und andere Denkspiele beizubringen. Von den ersten Schachpartien zwischen Menschen und Maschinen bis zum ersten kommerziellen Schachcomputer „Fidelity Chess Challenger 1“, der 1977 auf den Markt kam, waren nur wenige Jahre vergangen. Weil die Rechenhirne unvorstellbare Datenmengen speichern und schließlich auch interpretieren konnten, waren sie auf Dauer den Menschen voraus. 1996 sorgte Schachcomputer „Deep Blue“ für eine Sensation, als er den amtierenden Weltmeister Garry Kasparow besiegte. Allerdings musste der IBM-Computer dafür mit dem gesammelten Maschinenwissen in punkto Schach programmiert werden.

Mittlerweile sind wir darüber längst hinaus. Künstliche Schachintelligenzien, deren neurales Netzwerk menschlichen Gehirnen im Aufbau nachempfunden wird, können sich selbst das Spiel beibringen und den Spielern aus Fleisch und Blut überlegen bleiben.

Für die Spielentwicklung haben derartige, fast unvorstellbare Leistungen den Vorteil, dass die Programme jeden denkbaren Schritt und die etwaigen Konsequenzen berechnen können. Denn gerade Spiele, bei denen die geringste Abweichung in der Routine zu neuen, aufregenden Entwicklungen führt, mögen zwar frustrierend sein, was die Beherrschung anbelangt, aber dafür bleiben sie auf Dauer spannend. Wer sich mit Tausenden von Spielern ins Kampfgetümmel stürzt, will schließlich nicht immer wieder das Gleiche erleben, auch wenn aus jedem Misserfolg gelernt werden kann.

Das gilt selbst für scheinbar so eng begrenzte Spiele wie Poker. Allein beim Texas Hold’Em mit sieben Karten gibt 133.784.560 verschiedene Kombinationen. Selbst die längste Quarantäne wird kaum reichen, all diese Möglichkeiten durchzuspielen.

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+Benny Neugebauer