Umsonst? Das ist es nicht wert0

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ sagt sich der Optimist, wenn ihm etwas gratis angeboten wird. Der Zyniker hingegen weiß: nichts ist umsonst. Wenn jemand Dinge kostenlos verteilt, gibt es dafür in der Regel zwei Gründe. Er möchte sie entweder dringend loswerden, zum Beispiel weil er den Platz für etwas anderes benötigt. Oder er erhofft sich dadurch einen Vorteil. Sogar bei etwas so Unschuldigem wie einem Geburtstagsgeschenk weiß der Zyniker: Der Schenkende versucht, sich Anerkennung oder Zuneigung zu erkaufen. Noch schlimmer ist es, wenn eine geschäftliche Absicht hinter dem Gratis-Angebot steht. Schließlich muss sich das Produkt für den Anbieter ja irgendwie trotzdem rentieren. Es gibt durchaus Beispiele, bei denen das gut funktioniert. Viel öfter sind Gratis-Angebote aber echte Mogelpackungen.  

VPN

Ein hervorragendes Beispiel hierfür sind VPN-Dienste. VPN steht für Virtual Private Network und bezeichnet eine Art Datentunnel, der  die Online-Aktivitäten eines Nutzers vor der Verfolgung schützt. Diese Dienste gewinnen zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Menschen sich Gedanken über den Schutz ihrer Privatsphäre machen. Besonders wichtig ist für Nutzer, dass ein VPN reibungslos funktioniert, wenn sie es benötigen. Das lässt sich nur bei kostenpflichtigen Angeboten gewährleisten. Gratis-VPNs müssen oft umständlich manuell konfiguriert werden und haben nur eine geringe Bandbreite. Darüber hinaus sind sie sehr anfällig für Störungen. Bei einer Überlastung der Kapazitäten kann es sogar sein, dass über einen längeren Zeitraum gar keine Verbindung möglich ist. Für Zwecke wie das Streaming von Filmen oder eine professionelle Nutzung sind sie also nicht geeignet. Wer an dieser Stelle spart, erntet dafür vor allem Frust und zusätzlichen Aufwand.

Zeitungen

Printmedien sind ein Auslaufmodell – allen gegenteiligen Bemühungen der Branche zum Trotz. Nachrichten lesen die Menschen heutzutage viel lieber online. Ob auf dem Smartphone oder dem Laptop – auf diese Weise haben sie überall Zugriff auf die aktuellsten Informationen. Das ist praktisch – und meistens auch umsonst. Dass die Seite einer seriösen Tageszeitung plötzlich mit Clickbait-Werbung übersät ist, wird dafür natürlich gerne in Kauf genommen. Das sollte es aber nicht. Denn mit den spärlichen Einnahmen aus diesem Finanzierungsmodell lässt sich einfach kein hochwertiger Journalismus bezahlen. Die Folgen sind Massen von schlecht recherchierten und oberflächlichen Artikeln anstatt hochwertiger Analysen und Reportagen. Wer nicht bereit ist, für die Versorgung mit Informationen Geld auszugeben, kann es eigentlich auch ganz bleiben lassen.

Musik-Streaming

Auch das Gratis-Streaming von Musik ist ein zweifelhafter Genuss. Eine Werbeunterbrechung nach der anderen verhindert, dass so richtig Stimmung aufkommt. Gerade noch hat eine romantische Ballade das ideale Setting für den ersten Kuss geschaffen, da kommt die Werbung für die neusten Beauty-Produkte von Maybelline und macht alles kaputt. Vor wenigen Sekunden haben geile Beats für Partylaune gesorgt, da funkt auf einmal die Waschmittel-Werbung dazwischen. „Nein, danke.“ sagen sich auch viele Nutzer und entscheiden sich für Angebote wie Spotify Premium oder YouTube Premium. 

Das sind nur einige besonders herausragende Beispiele, in denen bezahlte Angebote den Gratis-Alternativen haushoch überlegen sind. Für Verbraucher lohnt es sich in jedem Fall immer, neben kostenlosen Angeboten auch die kostenpflichtigen Varianten zu prüfen. Oft werden sie so deutlich zufriedener sein. 

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+Benny Neugebauer